Sie sind für jeden Koch eine große Herausforderung und sein Meisterstück, mit dem er seinen feinen Gaumen und seine handwerkliche Kunst unter Beweis stellen kann. Rein kochtechnisch gesehen versteht man unter Soßen mehr oder weniger flüssige bzw. sämige Beigaben aus unterschiedlichen Zutaten auf der Basis von Fonds, Ölen, Milchprodukten usw., die oft gebunden sind (zum Beispiel mit Mehl, Kartoffelstärke oder Eigelb). Zu warmen und kalten Speisen, Salaten und Desserts kann eine Soße ebenso unauffälliger Begleiter sein wie potenter Aromenträger bzw. -verstärker, der letztlich über Geschmack und Charakter eines Gerichts entscheidet. Zudem können Soßen auf dekorativ angerichteten Tellern auch ein optischer Leckerbissen sein oder "bindende Wirkung" haben (zum Beispiel bei Ragouts und Salaten). Die Zahl der unterschiedlichen Variationen von Soßen wird auf mindestens 200 geschätzt. Letztlich basieren aber fast alle von ihnen auf 4 Grundsoßen: weiße Grundsoße, braune Grundsoße, Buttersoßen und Ölsoßen. Heute gibt es "schnelle" Soßen in großer Zahl als Fertig- oder Halbfertigprodukte, doch geht qualitativ und geschmacklich nichts über eine selbst und frisch zubereitete Soße - was ziemlich aufwendig sein kann.
Von dem französischen Schriftsteller, Gastronom und Feinschmecker Brillat-Savarin soll folgender Satz stammen: "Eine gute Soße in höchster Vollkommenheit zu bereiten, ist das Schwierigste, was es auf dem Gebiet der Kochkunst gibt."
|